Reformatio
Der Podcast der Zeitschrift "Bekennende Kirche". www.bekennende-kirche.de
Reformatio
Theophobie – Gott der ganz Andere? (#378)
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Theophobie: Ein provokantes Buch, das das Gottesbild neu verhandelt
Das Buch Theophobie – Warum Gott nicht sicher, aber gut ist von Manuel Gräßlin
löst mit seinem Gottesverständnis heftige evangelikale Debatten aus. In Teil 1 dieser Buchbesprechung gehen Lukas Strauß und Jochen Klautke der Kritik an Theophobie und der problematischen Theologie auf den Grund.
Drei zentrale Erkenntnisse:
• Gott ist größer als unsere menschlichen Boxen – doch seine Offenbarung schenkt klare Gewissheit.
• Das Buch verbindet evangelikale Sprache mit liberaler Theologie und schwächt biblische Verheißungen.
• Wahre Gottesfurcht führt nicht in endlose Zweifel, sondern in vertrauensvolles Festhalten am unveränderlichen Wort Gottes.
Hör rein für eine fundierte Theologische Analyse von Theophobie – und entdecke ein biblisch starkes Gottesbild. 🎧
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Intro-Musik: David Klautke
Outro-Musik:
Heartwarming by Kevin MacLeod
Link: https://incompetech.filmmusic.io/song/3864-heartwarming
License: https://filmmusic.io/standard-license
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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Reformatio. Jochen, schön, dass du heute da bist. Wir sprechen heute über ein Buch mit einem ziemlich provokanten Titel, das erst kürzlich rausgekommen ist. Das heißt Theophobie, also wenn man so will, Angst vor Gott. Und wurde geschrieben von Manuel Grässlin, er ist Pastor beim ICF in Karlsruhe und doziert auch in St. Krisona. Und wir wollen über dieses Buch sprechen, weil es ein bisschen Aufmerksamkeit gegeben hat rund um dieses Buch. Ich meine, Manuel Gräßlin war demnächst bei einem Idea-Interview, das wurde in der Idea abgedruckt, da ging es auch um dieses Buch. Und wir beide haben auch davon gehört, wir haben es gelesen und gesagt, wir müssen mal einen Podcast dazu machen, weil dieses Buch kritikwürdig ist. Also ich fand es eine sehr spannende Lektüre. Und ich glaube aus mehreren Gründen besprechenswert, ich sag's mal so. Wollen wir mal anfangen damit und so seine Kernthese aufzeigen, mal kurz darüber sprechen, was so sein großer roter Faden durch dieses Buch ist. Genau, also das Buch heißt ja Theophobie vom Titel her. Ja, Furcht vor Gott oder Gottesfurcht oder Angst vor Gott oder sowas. Und wer jetzt erwartet hätte, dass es ein standardmäßiges Buch über, ich sage mal, das Thema Gottesfurcht oder sowas ist, das ist es nicht, das hat auch nicht den Anspruch, das zu sein, sondern es geht erstmal darum, eine bestimmte Einstellung sich vorzunehmen. Und zwar diese Einstellung, dass man Gott gerne in eine Box packen würde, sage ich mal mit meinen Worten, dass wir irgendwie so eine vorgefertigte Vorstellung von Gott haben und dass wir eben die Angst haben, dass Gott nicht vielleicht auch ganz anders sein könnte als in dieser Box. Und wozu der Autor uns eben ermutigen möchte, ist, Jesus mal out of the box zu denken, sag ich mal so. Eben nicht die Angst zu haben, dass er größer oder anders sein könnte, als wir uns das geläufig so vorstellen. Ich finde einen interessanten Aspekt oder eine interessante Wortwahl, die er da immer wieder wählt, das Kleingedruckte der Bibel. Er sagt immer wieder, wir müssen das Kleingedruckte der Bibel lesen und eben da mehr über Gott den ganz anderen herausfinden oder glauben. Und was ich daran so interessant finde, ist, dass er Gott eben als den ganz anderen versteht. Und dass er eine sehr große Differenz macht irgendwo zwischen Mensch Gott, in dem Sinne, dass er sagt, dass wir Gott in gewisser Weise nicht verstehen können, dass er sehr viel weiter weg ist, als wir manchmal glauben, und dass viele Fragen offen bleiben. Und da richtet er sich schon gegen so ein radikales Schwarz-Weiß-Denken. Von ich habe hier meine feste Theologie, ich habe hier mein festes Gottesbild, so ist Gott, wie er sich in der Bibel offenbart und dahinter mache ich einen Punkt. Sondern er sieht ja diese Differenz sehr groß. Und was ich daran so interessant finde, ist, dass das ja eigentlich die Sprache ist, die auch Karl Barth benutzt hat. Der ja auch immer von Gott, dem ganz anderen, gesprochen hat. Ich denke mal, definitiv stammt der Begriff daher. Und ich würde jetzt erstmal sagen, naja, der Begriff an sich ist so erstmal gar nicht falsch, weil Gott ja, ist anders als wir und wir wissen, wir sind auch ganz anders als wir. Er ist der Schöpfer, wir sind die Geschöpfe. Nur ich glaube, in der Art und Weise, wie Karl Bartas verstanden hat mit Gott der ganz andere, ist das Ganze auf eine unbiblische Weise zu verstehen. Und wenn man dieses Buch gelesen hat, bleibt der Eindruck bestehen, dass dieses falsche Verständnis von was es heißt, dass Gott der ganz andere ist, auch bei Manuel Greslin vorliegt. Genau, er sagt ja, Theophobie ist die Angst davor, dass Gott eine andere Theologie hat als ich. Ja, so pauschal gesagt. Und seine Lösung dafür ist ja dann, eben diesen ganz anderen Gott aufzuzeigen und die Fragen, die vielleicht auch offen bleiben, aufzuzeigen und somit ja auch dieses Schwarz-Weißdenken zu dekonstruieren oder dem entgegenzuwirken. Und dazu passt eigentlich dieser Untertitel, der für dieses Buch gewählt wurde. Ich meine, der Untertitel, Warum Gott nicht sicher, aber gut ist, der kommt dem einen oder anderen vielleicht bekannt vor, weil er ja aus den Narnia-Büchern kommt, von C.S. Lewis, als gefragt wird, wie denn dieser König von Narnia, dieser Aslan, der Löwe, ist, ob er sicher ist. Und dann ist die Antwort darauf, nein, nein, er ist nicht sicher, aber er ist gut. Genau, und ich glaube, dass man, ja, wenn wir heute mal einsteigen, darüber zu sprechen, wirklich, glaube ich, gut erstmal an dieser Aussage ansetzen können. Ich glaube, es ist auch nicht so entscheidend wie C.S. Lewis, die jetzt in den Hania-Büchern gemeint hat, sondern es ist eher entscheidend, wie versteht sie jetzt der Autor von diesem Buch. Und beschreibt er damit Gott richtig oder nicht. Und ich meine, wenn man diese Aussage richtig versteht, dann ist es ja auch eine gute Aussage. Also, dass Gott gut ist, da würden wir auf jeden Fall zustimmen. Und wenn wir sagen, Gott ist nicht sicher, dann hat das in einer gewissen Weise ja auch was richtiges. Gerade when we über die klassische Gottesfurcht nachdenken, dann ist Gott jemand, vor dem wir uns zu fürchten haben. Dann ist Gott jemand, der eben größer, mächtiger, heiliger is als wir. And I glaube, gerade, wenn wir in die Bibel reinschauen, there are many Begebenheiten, wo Gott sich offenbart hat im Alten Testament, where man merkt, yeah, Gott is not sicher, so wie weit das vielleicht vorstellen. Gott ist nicht der Plüschlöwe, um in diesem Bild von Nania zu sprechen, mit dem man immer die ganze Zeit gern kuschelt, sondern Gott ist eben, so wie der Löwe von Nania, ein mächtiger, ein gefährlicher. Yeah, auf jeden Fall. So wird es ja in der Bibel immer dargestellt. Ich finde auch, das Buch Hiob ist da ein sehr gutes Beispiel. Im Prinzip sind es ja die Freunde von Hiob, die Gott in so eine Box packen und sagen, Gott muss so und so reagieren. Das führt sie dazu, dass sie sagen, Hiob, du musst gesündigt haben. Und die Lösung, sage ich mal, des Buches Hiob ist ja, nein, Gott ist souverän und Gott hat seine Gründe, warum er Hiob leiden lässt. Und diese Gründe sind nicht immer berechenbar. Es gibt ja am Ende vom Buch Hiob bezeichnenderweise keine Antwort. Hiob, deswegen hast du so gelitten. Es gibt nur diese negative Antwort. Es lag nicht daran, dass du gesündigt hast. Und es sind lauter rhetorische Fragen, die Gott stellt. Warst du dabei, als ich die Welt schuf? Und dann kennst du, ich sag mal, die Geheimnisse der Schöpfung alle. Nee, die kannst du gar nicht kennen, denn du bist Teil der Schöpfung und ich bin der Schöpfer. Und ich bin so viel weiser und ich bin so viel größer. Und ich bin in dem Sinne ganz anders als du. Und in dem Sinne ist es richtig zu sagen, dass Gott nicht sicher ist. Und ich glaube, auch in dem Aspekt kann man der Aussage zustimmen, dass Gott nicht sicher ist, dass Gott auch nicht alles über sich offenbart hat. Dass wir gar nicht alles über Gott wissen können. Und hier ist sicherlich dieses radikale Schwarz-Weiß-Denken, das kritisiert wird, auch wieder zu Recht kritisiert. Weil wenn man wirklich ganz schwarz-weiß, ganz radikal denkt, and wirklich denkt, man weiß wie Gott is in allen Belangen, dann stellt man sich in einer gewissen Weise auf die gleiche Stufe wie Gott oder sogar drüber. And genau das ist, was die Bibel ja sagt, was wir nicht tun sollen, in dem auch ganz deutlich gesagt wird, dass wir nicht alles über Gott wissen können. Gleichzeitig aber sehen wir, glaube ich, gerade was die Offenbarung von Gott angeht, dass es eben Dinge gibt, die wir sicher wissen können, die Gott uns sicher offenbart hat und auf die wir uns ganz felzend fest verlassen können. Genau, also es gibt diesen Vers im fünften Buch Mose, Kapitel 29, Vers 29, der da, glaube ich, ganz, ganz entscheidend ist, der diese Unterscheidung macht und sagt, naja, es gibt Dinge, die sind Geheimnisse Gottes, die hat er uns nicht offenbart. Die können wir nicht wissen und wenn wir uns anmaßen, sie zu wissen, dann haben wir tatsächlich ein Problem. Und insofern, wenn das die Kritik von diesem Buch wäre, in dem Sinne ist Gott nicht sicher. Oder der Punkt dieses Buches, dann würde ich sagen, absolut. Aber dieser Vers geht weiter. Er sagt, es gibt andere Dinge, die hat Gott uns offenbart. Und diese Dinge können wir sicher wissen, und die können wir über Generationen sicher wissen, daran können wir uns festhalten. Und diese Dinge sind sicher. Ich will jetzt nicht hier in eine theologische Spitzfindigkeiten einsteigen. Unterscheidet man dann, okay, wir haben analoges Wissen von Gott und so weiter, also dass wir natürlich auch nur Gott gemäß seiner Offenbarung kennen. Aber ich sag mal, ich glaube, jetzt für das Thema, was wir hier gerade besprechen, ist es einfach ausreichend zu sagen, wir können Gott tatsächlich kennen, insofern, wie er sich offenbart hat in seinem Wort. Vor allem. Und ich glaube, ein großartiger Aspekt davon ist ja auch der Bund, den Gott mit uns Menschen gemacht hat. Den er ja mit uns gemacht hat, damit wir ihn kennen, damit wir was haben, worauf wir uns verlassen können. Er hat uns die Zeichen des Bundes gegeben, Taufe und Abendmahl, als sichere Zeichen, als Sicherheiten für uns, die wir sogar sehen anders, wodurch uns deutlich wird, dass Gott nicht unsicher ist. In dieser Weise, in der er sich offenbart hat. Also Gott is, wenn du so willst, verlässlich für uns, nämlich in dem, was er gesagt hat und wo er sich durch einen Eid dran gebunden hat. Das ist ja ganz spannend in der Abra-Geschichte, wo Gott eben nicht nur Abraham gewissen Dinge sagt anderes befiehlt, verspricht, sondern er bindet sich an seine Aussagen mit einem Eid. Und das bedeutet, diese Aussagen sind hundertprozentig sicher. Abraham, darauf kannst du dich verlassen, und darauf können du und ich und alle Christen sich darauf verlassen, weil wir Kinder Abrahams sind, dass diese sicheren Verheißungen uns gelten. Und in dem Sinn sind sie absolut sicher. Ich musste so beim Lesen daran darüber nachdenken. Ich meine, der Autor schreibt viel auch über den Zeitgeist, über unsere heutige Kultur. Und ja, spricht da vor allem von unserer westlichen Kultur, die ja auch unser Land nach wie vor prägt. Aber man muss sich nur die Demografie in unserem Land angucken, eine andere Weltanschauung, die massiv auf dem Vormarsch ist, ist der Islam. Und es gibt ja so diesen ganz bekannten Satz im Islam, inshallah, ja, wenn Allah will. Und das bringt so ein bisschen dieses Gottesbild des Islam zum Ausdruck. Im Islam ist Gott wirklich ausschließlich der ganz andere. Also dieses ausschließlich Gott als den ganz anderen zu bezeichnen, das ist eher muslimisch als das christlich. Denn sowohl im Islam als auch im Christentum sagen wir inshalla, beziehungsweise wenn God will. But in Islam is there a point, and that's. Und God bleibt ausschließlich der ganz andere. Und im Christentum is God eben der, der uns nachher, der uns ein Wort gegeben hat, der sich in einem Bund an dieses Wort bindet, and der sagt, I'm not berechenbar, I am not sicher. But this, what I said, that was absolutely. Es ist nicht absolut falsch zu sagen, Gott ist nicht sicher. Richtig verstanden stimmt es, aber es ist absolut einseitig, das so zu sehen. Denn in einem anderen Sinn ist Gott uns ganz nahe gekommen. Er ist in Christus Mensch geworden wie wir. Und er bindet sich eben an sein Wort. Und das ist absolut sicher, dass er das, was er verheißen hat, auch halten wird. Ich glaube, damit könnten wir abschließend sagen, dass dieser erste Teil des Untertitels mit einem Ja, aber auch irgendwie Nein beantwortet werden könnte. Also es ist nicht so, dass der komplett in die falsche Richtung geht. Er hat einen guten Gedanken. Man muss aber schon auch sehen, dass Gott eben der Nahe und Erkannte ist, der, der sich nicht verändert, der immer der gleiche bleibt. Also, um es vielleicht in einem Bild zu sagen, wir haben ja das Bild vom Löwen von diesem Aslan aus Nania und so weiter, der eben nicht sicher, aber gut ist. Jetzt nehmen wir einfach mal an, wir sind in Nania unterwegs mit diesem Löwen. Und er ist absolut unberechenbar. Er macht, was er will, er ist stärker als wir, er ist groß und so ist Gott. Aber gleichzeitig, um im Bild zu bleiben, ist es jetzt so von der Bibel her, dass dieser Löwe uns gesagt hat, ich werde dich nicht fressen, ich werde dir nichts tun, ich bin für dich, ich werde für dich kämpfen und du kannst dich auf mein Wort verlassen. Und damit ist für uns, die wir mit diesem Löwen unterwegs sind, wir wissen nicht alles, was dieser Löwe macht. Wir verstehen auch nicht alles, was dieser Löwe macht. Aber eine Sache wissen wir: mit diesem Löwen zusammen unterwegs zu sein, ist absolut sicher. Und weil es absolut sicher ist, dass uns dieser Löwe nichts tut, ist es auch gut. Ja. Und ich glaube, daher kommt die Verbindung bei C.S. Lewis in Narnia, dass Gott gut ist. Und das ist der zweite Teil des Untertitels des Buches, dass Gott nicht sicher, aber gut ist. Und das ist vielleicht auf den ersten Blick ein bisschen verwirrend, weil wenn Gott nicht sicher ist, woher weiß ich dann, dass er gut ist? Woher weiß ich, dass das morgen nicht anders ist? Woher weiß ich, was gut überhaupt bedeutet? Und das sehe ich als ein ganz großes Problem dieses Buches. Denn dahinter steckt ein Gottesbild, was an manchen Stellen durchkommt und was wirklich, ja ich würde sagen, enorm abenteuerlich ist. Und das Wort Abenteuer benutze ich ganz bewusst. Weil es gab vor ein paar Jahren einen Theologen, der interessanterweise am selben theologischen Seminar unterrichtet hat und der interessanterweise im selben Gemeindeverband Pastor war, wie dieser Autor hier. Und der hat ein Buch geschrieben, Gott ist ein Abenteurer. Und in diesem Buch die These vertreten, dass Gott die Zukunft nicht kennt. Und das widerspricht, ich sage mal, der traditionellen orthodoxen christlichen Lehre. Ich würde sagen, der biblischen Lehre, und da spreche jetzt gar nicht von einer bestimmten Konfession, sondern das gilt für Katholiken und Orthodoxe, genauso wie für die protestantischen Konfessionen in der Kirchengeschichte zu sagen, doch, Gott kennt die Zukunft ganz sicher. Es war immer eine Diskussion, inwieweit bestimmt er auch alles. Das wurde durchaus debattiert, aber es war immer eine Einigkeit darüber, Gott kennt die Zukunft sicher. Und dieser Autor hat das eben in Gottes ein Abenteurer bestritten. Und ähnlich ist es hier ein knallharter Bruch mit dem klassischen Gottesbild. Hier eher in der Hinsicht, Gott ist nicht unveränderlich. Man hat die Unwandelbarkeit, die Unveränderlichkeit Gottes immer als ein Kerncharakteristikum Gottes definiert. Und zwar wieder quer durch die theologischen Schulen. Da war man sich im Christentum einig. Unser Gott ist ein unveränderlicher Gott, während sich die Schöpfung ständig ändert, wir ändern uns ständig ändern. Es gibt eine Konstante in dieser Wirklichkeit und das ist Gott. Und das leugnet er in diesem Buch and sagt eben, Gott hat sich gewandelt. Ich denke, we werden noch in Detail darüber sprechen, nur der spannende Punkt is, wenn es wirklich so is, dass Gott sich ändert, dann ist die Frage, selbst wenn Gott heute gut ist, wenn wir das für heute festhalten können, woher wissen wir, dass es morgen auch noch ist? Und für mich, natürlich stimme ich diese Aussage zu, dass Gott gut ist, and ich bin froh, dass er sie macht. Also nicht sagt, Gott ist schlecht oder sowas. But ich freue mich, wo er das weiß. Und wo er weiß, dass der God, der heute good is, auch morgen noch gut ist. Um ein Stück weit. And I think it kommt auch daher, dass eine falsche Unterscheidung gemacht wird. Das macht diese Kategorie, dass ich bin unterwegs auf meiner Suche nach Gott, stell meine Fragen und es ist in Ordnung, wenn ich nicht alle Fragen beantwortet habe, und nimmt das als Gegensatz zu der Rechthaberei. Aber eigentlich ist es auch der Gegensatz oder vielmehr der Gegensatz der Gewissheit. Weil dadurch, dass meine Fragen unbeantwortet bleiben, dadurch, dass Gott der Veränderbare ist, fehlt mir eben die Gewissheit, die Sicherheit, um mit dem anderen Teil des Untertitels zu sprechen, für die Güte Gottes. Ja, genau. Und also ich fand diesen Gegensatz, den du aufgemacht hast, super. Ich meine, für ihn ist so, dass das Feindbild, was er quasi durch das Buch bekämpft, ist so der heutige rechthaberische, pharisäische Christ? Und ich würde sagen, natürlich gibt es Christen, die immer alles wissen, die nie irgendwas hinterfragen und die immer auf alles eine ganz genaue Antwort haben und ganz genau wissen, Gott ist ganz genau so und bei jeder Bibelstelle ganz genau wissen, wie sie ausgelegt wird. Aber ich frage mich, ist das heute wirklich ein Problem, dass wir zu viele von der Sorte haben? Sondern demgegenüber stellt er halt dieses Unterwegssein. Und ich würde sagen, genauso wie die brutale Rechthaberei ein Problem ist, ist auf der anderen Seite dieses ständige Unterwegssein und ständige Fragen und ständige Zweifeln genauso ein Problem. Das eine ist ein Ausdruck von einem Rationalismus, and das andere ist ein Ausdruck von einer postmodernen Beliebigkeit. Und was die Bibel uns deutlich macht, ist, und wir hatten schon darüber gesprochen, das, was offenbart ist, ist ausreichend klar, dass wir genügend Dinge über Gott ganz klar wissen können, dass sie uns wirkliche Gewissheit geben kann. Und über die Dinge, da lege ich sogar meine Hand ins Feuer. Nicht als Pharisäer, nicht als Rechthaber, sondern als ein Pilger, der hier auf dem Weg ist, und der sagt, ich kann mich in dieser Welt an nichts festhalten. Aber die Verheißungen Gottes, die habe ich und die gelten ganz sicher, and deren bin ich mir sicher. Und ja, das ist was sehr tröstliches. Und ich glaube, ein Aspect, der halt noch dazu kommt hier in diesem Book, is the sicherheit der Bibel or the verlässlichkeit der Bibel, könnte man vielleicht auch sagen. Also, wie zuverlässig is God's Word überhaupt? Oder anders formuliert, what is Gottes Wort überhaupt? And beim Lesen is for me not eindeutig klar geworden, what the Wort Gottes or what the Bible for Grässlin überhaupt is. Is sie überhaupt Wort Gottes? Gerade weil immer wieder der menschliche Charakter der Bibel betont wird und ganz deutlich gesagt wird, das ist Menschenwort. Oft wird dann auch dazu gesagt, ist Gotteswort und Menschenwort. Aber die Frage nach dem Verhältnis hier wird für mich nicht ganz deutlich. Und ich glaube, das ist schon ein Aspekt, über den wir mal sprechen müssen. Was sein Zugang zur Schrift ist, was sie für ihn ist, welche Autorität sie hat, und dann natürlich auch, wie sie ausgelegt werden soll. Ja, und ich glaube, ich meine, man muss so fair sein und sagen, er gibt uns keine Sichtweise auf die Bibel, die er hat. Er spricht davon des Gottes und Menschenworts, hatst du gesagt. Ich glaube, was uns eher subtil erkennen lässt, was er für eine Sicht auf Gottes Wort hat, ist, wie er mit der Schrift umgeht in diesem Buch. Und das ist, er würde es kreativ nennen, ich würde es willkürlich nennen. Zahlreiche Beispiele, die er hier wählt, und ich will ihm nicht zu nahe treten. Ich meine, er hat mehr akademische Abschlüsse in Theologie als wir beide zusammen, aber die würde ich, ich meine, und ich unterrichte auch keine Exegese, aber ich bin mal so offen und sage, die würde ich als Beispiele für eine absolute Esegese, also hineinlesen in Textes, in der Exegese-Vorlesung tatsächlich verwenden, weil man sich wirklich fragt, okay, was hat das wirklich mit einem ernsthaften Lesen der Texte in ihrem damaligen Kontext zu tun? Also es ist teilweise abenteuerlich, zum Beispiel Pontius Pilatus Frage, was ist Wahrheit, die in irgendeiner Form seinen Skeptizismus, vielleicht auch seinen Zynismus zum Ausdruck bringt. Darüber kann man streiten, aber wird dann plötzlich positiv umgedeutet oder Abrahams Gebet für Sodom als ein Wir sollen uns für Minderheit. Einsätzen umgedeutet, wo ich mich frage, wie kommt man darauf, das hat nichts mehr mit irgendwie einer, ja, ich sag mal, gesunden Exegese zu tun, sondern ist einfach ein Hereinlesen, Hineinlesen von heutigen Fragestellungen in die Abschnitte von Gottes Wort. Und gleichzeitig kommt auch der Aspekt immer wieder durch, dass sich die Geschichte der Bibel wiederholt, also dass die Offenbarung in einer gewissen Weise wiederholend ist. Ich meine, wir wollen ja nächstes Mal beim Podcast auch nochmal durch die einzelnen Kapitel durchgehen, die einzelnen Themen aufgreifen, da kommt das auch nochmal. Aber ich fand es eben interessant, dass er die Geschichte von Jesus an einer Stelle beschreibt, als dann kann sich die Geschichte von Jesus hier im Heute und hier im Jetzt nochmal wiederholen. Wo für mich eben auch nicht ganz deutlich wurde, okay, ist das jetzt was, was einmalig passiert ist in der Schrift, durch Gott inspiriert, genauso festgehalten wurde, wie es passiert ist, oder ist das eher so eine Art Typus, der sich immer wieder in der Geschichte wiederholt, ähnlich wie die liberale Theologie das ja sieht, als eine schöne Beispielgeschichte, die jetzt halt in deinem Leben sich ausleben sollte, aber eigentlich historisch nicht verwurzelt ist. Genau. Das ist eine Frage, die man stellen muss, glaube ich. Sind die heilsgeschichtlichen Tatsachen wirklich so passiert? Und das wird auch nicht klar, meines Erachtens, weil ich lese manchmal Sätze, und da geht es mir bei ihm ähnlich so wie bei Karl Barth. Man liest einige Sätze und denkt sich, wow, sehe ich ganz genauso, und dann zerschießt er das im dritten Satz ungefähr. Er liest zwei Sätze und sagst dir, genauso, so ist es. Und dann kommt ein weiterer Satz, wo man jetzt denkt, okay, was meint er jetzt damit zum Beispiel, dass sich diese Sachen ständig wiederholen oder so. Ja, ist da überhaupt, ist das überhaupt historisch so passiert? Oder nicht? Wie sieht er das? Und ich glaube, das ist ein guter Punkt, dass du den nochmal machst. Wir waren jetzt kritisch mit dem Buch und wir sind kritisch mit dem Buch. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Satz darin falsch ist. Das bedeutet nicht, dass er auch gute Gedanken mit einbringt. Und auch immer wieder beim Lesen dachte ich wirklich, okay, das Kapitel war jetzt echt ganz in Ordnung. Oder die ersten paar Seiten waren echt in Ordnung und dann kommen wieder so ein paar Gedanken, bei denen ich meine Anfragen oder auch Fragezeichen habe, weil ich nicht genau weiß, was er meint. Aber ich finde gerade den Aspekt, den er immer wieder reinbringt, die Themen, die er aufgreift, konkret auf das Leben seiner Zuhörer anzuwenden, die Fragen zu stellen, die sich der Zuhörer auch stellt oder der Leser. Das finde ich schon, wie er das macht, sehr gut. Und ich glaube, da hat er wirklich verstanden, mit wem er hier im Diskurs ist, wer sein Leser ist und wer sein Publikum ist. Die Antworten, die er darauf gibt, sind dann vielleicht nicht immer befriedigend. Und ich glaube, in vielen Punkten auch nicht so, dass sie dem Leser das geben, was er in diesen Situationen eigentlich braucht. Eben weil diese Gewissheit fehlt. Ja, genau. Ich würde sagen, dem Suchenden gibt er nicht die Antworten, die der Suchende braucht. Und ich glaube, dem Christen, der das vielleicht liest, um im Glauben weiterzukommen, für den ist es brandgefährlich, glaube ich. Und ich möchte da auch so deutlich sein, es gibt zahlreiche Bücher auf dem Büchermarkt, die ganz, ganz ähnliche Dinge sagen. Ich glaube, die Herausforderung tatsächlich durch dieses Buch ist diese Verortung, ich sag mal, in der From Bubble. Also in dem, was er auch manchmal die evangelikale oder piatistische Szene oder wie auch immer man das jetzt nennen will, nennt. Ja, das Wort Bibeltreue ist ja heute schon fast verpönt, aber ich sag mal so. Und in vielerlei Hinsicht ist dieses Buch da verortet. Der Verlag, wo es publiziert ist, die Institutionen, mit denen er wo er arbeitet, die Herkunft, die er hat, die Sprache, die er spricht, die ist davon geprägt. Das ist, glaube ich, ein Publikum, was er auf jeden Fall anspricht. Und gleichzeitig ist das, was hinten rauskommt, aber im Prinzip weitgehend liberale Theologie. Mal ganz breit und allgemein gesprochen. Eine Theologie, wo Gott eben veränderlich ist, wo nicht klar ist, was ist Gottes Wort oder was ist die Bibel, wo nicht klar ist, was ist Offenbarung, wo das einfach sehr im Unklaren bleibt, bis dahin, dass eben wie bei der Veränderlichkeit Gottes wirklich Kernwahrheiten des christlichen Glaubens frontal angegriffen und geleugnet werden. Und ich glaube, diese Verbindung, ich sag mal, von evangelikaler Hülle und liberalem Kern, das macht dieses Buch, ich glaube, auch für evangelikale Kirchen und Gemeinden, gerade für die jüngere Generation, so ich will sagen, gefährlich. Und ja, gleichzeitig versucht es eben dem, wie du am Anfang gesagt hast, den Fragenden abzuholen. Und ich glaube, das schafft es auch, gibt aber eben nicht die Antwort, die der Fragende braucht, und lässt so eine ganze Portion Gewissheit vermissen. Der Heidelberger Katechismus sagt das am Ende der ersten Frage, wo es heißt, darum macht er mich durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiss. Und genau diesen Aspekt habe ich in diesem Buch immer wieder vermisst. Diese Fragen, die er stellt und die so gut sind, wirklich fundiert zu beantworten. This is this, was ich auch beim Lesen immer wieder gedacht habe, wie wäre es, wenn da jetzt mal eine richtig gute Antwort drauf kommen würde. Das wäre richtig hilfreich. Aber das ist eben das, was es leider nicht zu finden ist. Genau. Und ich glaube, in einer Zeit wie heute, wo wir, wo irgendwie so alles im Fluss ist, nichts ist mehr verlässlich, die Wirtschaft geht im Bach runter und die politische Landschaft ist alles andere als stabil. Ja, was kommt? Junge Leute sind auf der Suche nach irgendwas, was trägt. Und wir haben einen Gott, wo wir sagen können: zu diesem Gott kannst du kommen, denn dieser Gott trägt. Und dann ein Buch zu schreiben, was genau diesen tragenden Gott ein Stück weit dekonstruiert. Das ist tragisch. Johann, vielen Dank für diesen ersten Teil zu diesem Buch. Ich freue mich, dass du auch nächstes Mal wieder dabei bist, wenn wir nochmal detailliert darüber sprechen. Bis dann. Bis dann.